1. Interview Holger Mock, Teamleitung Content bei all-in.de

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In dieser 3-teiligen Interviewreihe mit Holger Mock, Teamleitung all-in.de, blicken wir – mal unterhaltsam, mal informativ – in den Arbeitsalltag des Content-Teams von rta.design.

Hier entstehen die tägliche News und Storys für all-in.de, dem Newsportal im Allgäu mit monatlich rund 600.000 Lesern.

Teil1: Holger Mock leitet seit 2010 das Content-Team von all-in.de, dem Online-Portal der Allgäuer Zeitung. Wie dort gearbeitet wird, wie Storys entstehen und wie sich das Team jeden Tag motiviert, ist Thema im 1. Teil des Interviews.

Kässpatzen oder Leberkäse?
Leberkäs.

Print oder digital?
Weder noch, ich komme vom Radio. Ich liebe das gesprochene Wort.

Roman oder Fachbeitrag?
Comics. Donald Duck.

Aber von vorn. Wie lange bist du schon bei rta.design?
Ich leite seit 2010 das Team Content. Das ist eine Abteilung bei rta.design, die sich schwerpunktmäßig um Inhalte von Webseiten kümmert. Wir haben ein großes Flaggschiff, das heißt all-in.de. Das ist das Nachrichtenportal der Allgäuer Zeitung, welches wir technisch und inhaltlich betreuen. Und zwar im möglichst multimedialen Stil, d. h. wir machen Videos, Podcasts, Fotos und natürlich auch Texte in unterschiedlichen Längen. Sozusagen die multimediale Aufbereitung relevanter Themen für das Allgäu. Wir versuchen auch immer dabei, die für eine Geschichte beste Darstellung zu wählen. So eignet sich nicht für jede Geschichte ein Video, nicht jedes Thema ist für einen Audiopodcast sinnvoll. Manchmal reicht auch nur ein Text und eine Bildergalerie. Darüber hinaus kümmern wir uns auch inhaltlich um andere Portale, wie Allgäu-Dialekt.de, oder um Kundentexte für Webseiten.

Wie groß ist das Content-Team?
Wir sind im Moment fünf feste Mitarbeiter. Davon drei erfahrene Redakteure und zwei Volontäre, für die die Ausbildung der Start in die Berufswelt des Journalismus ist. Und natürlich haben wir immer wieder Praktikanten, die uns bei der täglichen News-Produktion unterstützen. Im Bereich Fotografie arbeiten wir zudem mit freien Fotografen zusammen, die z. B. Bilder von Veranstaltungen, Ortsgeschehen oder Unfällen zur Verfügung stellen.

Welche Rubrik bei all-in.de ist für die Nutzer die Interessanteste und warum?
Also die meisten Zugriffe generieren wir mit Blaulicht-Themen, wie Polizeimeldungen, aktuelle Unfälle oder Großbrände. Das interessiert die Nutzer. Bei uns im Allgäu kommt sowas tatsächlich sehr häufig vor, da wir ein dichtes Verkehrsnetz haben. Wir haben auch viele alte Bauernhöfe, von denen hin und wieder mal einer vollständig abbrennt. Damit können sich die Allgäuer identifizieren: das Ausmaß für die Betroffenen und was das nach sich zieht, wenn ein komplettes Gehöft in Flammen steht. Aber auch lokalpolitische Vorgänge oder Prozessberichterstattung bei Gewalttaten und Betrugsfälle spielen bei all-in.de eine große Rolle.

Betreut das Team auch die Social-Media-Ableger, z. B. bei Facebook?
Ja, wir haben eine relativ große Anzahl an Facebook-Kanälen, die wir betreuen. Allein schon die regionalisierten Facebook-Seiten in unserem Verbreitungsgebiet machen eine Menge aus. Von Oberstdorf bis Memmingen kann sich jeder Nutzer seine lokalen News in den Facebook-Feed holen oder aber gleich die all-in.de-Präsenz komplett abonnieren. Dann waren wir auch Vorreiter bei WhatsApp und haben als zweites Verlagsmedium in Deutschland den Kanal für unsere Nutzer bespielt. Zu Beginn noch sehr arbeitsausfwändig durch die händische Pflege von insgesamt 26 Listen, die jede einzeln mit einem Smartphone bedient wurde. Das ging so lange, bis es erste Anbieter gab, die das automatisieren konnten. Der Weg dahin war unbequem, da WhatsApp diese Services gar nicht wollte. Wir merkten das daran, dass unsere Accounts bei zu vielen Nachrichten regelmäßig platt gemacht wurden. Später erkannte auch WhatsApp bzw. der Facebook-Konzern, dass es eine gestiegene Nutzernachfrage nach diesen Angeboten gibt und sie reagieren mussten. Auf unserem WhatsApp-Kanal gibt es auch heute noch jeden Tag eine kurze Zusammenfassung des Tages. Zwischendurch gibt es nur wirklich wichtige Newsmeldungen. Und zu guter Letzt betreiben wir auch einen Instagram-Account, auf dem wir unterhaltungsorientierte Inhalte spielen, während wir bei Facebook und WhatsApp sehr informativ unterwegs sind.

Wie finanziert sich ein Content-Portal, wie all-in.de?
Es gibt grundsätzlich kein freies Newsportal, was nur von Klickzahlen leben kann. Klicks sind schön und bringen uns auch viel. Aber Werbung muss sein, damit sich das Portal überhaupt trägt. Dafür arbeiten wir mit unserem Vermarktungsteam und dem Vertrieb der Allgäuer Zeitung eng zusammen. Dabei reichen die Möglichkeiten von Bannerwerbung über native Ads bis hin zu Themenspecials. Wir als Redaktion legen aber bei allem, was Werbung angeht, die größtmögliche Priorität auf Transparenz. D. h. der User wird bei uns immer sehen, was redaktioneller, was bezahlter Content und was Werbung ist. Denn der User lässt sich nicht gern verarschen und das tun wir auch nicht.

Woher holt ihr eure Motivation?
Für uns ist das Internet Information und Unterhaltung. Ich zum Beispiel komme vom Radio, mein Kollege David vom Fernsehen. Beides in erster Linie Unterhaltungsmedien. Das Internet ist aus meiner Sicht noch mehr in diese Richtung geprägt, dem wir durchaus Rechnung tragen können. Und das ist ein ganz wichtiger Faktor bei uns, dass wir sagen: Unterhalten kann man die Leute dann am besten, wenn man selber gut drauf ist. Wir schauen also, dass wir in unserem Arbeitsalltag möglichst viel Spaß haben. Wir konsumieren deshalb alles, was die Leute interessiert, was sie unterhält. Zudem ist das Internet auch voller Interaktion. Die Arbeit für einen Beitrag endet nicht mit dem Publizieren. Die Themen müssen geteilt, auf Kommentare reagiert und Beiträge moderiert werden. Das planen wir mit ein. Das ist Unterhaltung und motiviert uns.

Teil2: Wie arbeitet eigentlich das Content-Team von all-in.de?

Teil3: Podcasts bieten viel mehr Detailtiefe.

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