Wie arbeitet eigentlich das Content-Team von all-in.de?

Veröffentlicht am Kategorien Kreativschmiede

In dieser 3-teiligen Interviewreihe mit Holger Mock, Teamleitung all-in.de, blicken wir – mal unterhaltsam, mal informativ – in den Arbeitsalltag des Content-Teams von rta.design.

Hier entstehen die tägliche News und Storys für all-in.de, dem Newsportal im Allgäu mit monatlich rund 600.000 Lesern.

Im 2. Teil unseres Interviews mit Holger Mock, Teamleiter von all-in.de, geht es um Teamorganisation, Vorlieben, Qualität von Inhalten, Rituale und Ausbildungsmöglichkeiten.

Wie organisiert ihr euch im Team?
Wir arbeiten im 3-Schichtbetrieb plus einem Bereitschaftsdienst. Nachrichten machen leider keinen Feierabend. Morgens beginnen wir um sechs Uhr mit Sichtung der Nachrichtenlage und dem Umsetzen der ersten Inhalte. Das zieht sich dann den Tag so durch. Da wir viele eigenständige Berichte produzieren, sind wir auch draußen unterwegs. Podcasts oder Videodrehs vor Ort gehören zum Alltag eines Content-Teams. Die Bilder von Ereignissen – und das sind nicht wenige – müssen gesichtet und fürs Publizieren vorbereitet werden. Um neun kommt die Spätschicht, sodass wir in der Hauptzeit bis 18 Uhr möglichst mit Vollbesetzung arbeiten können. Darüber hinaus gibt es jeden Tag einen Kollegen, der Bereitschaft macht und auf aktuelle Themen reagieren kann. Dann kommt ja noch das Wochenende, denn das Internet findet auch Samstag und Sonntag statt. Dafür gibt es immer einen Mitarbeiter, der das Wochenende betreut und Inhalte produziert. Jeder in unserem Team ist technisch so ausgestattet, dass Aufgaben von überall aus erledigt werden können.

Pflegt ihr Rituale bei euch im Team?
Wir haben zunächst einmal eine sehr klassische Herangehensweise, die aber auf unsere Bedürfnisse angepasst ist. Jeden Tag um halb zehn findet unsere Kurzbesprechung statt. Wer macht was, was steht für diesen Tag an? Diese Punkte werden da geklärt. Ansonsten machen wir viel auf Zuruf. Das ist gelebter Work-flow und klappt gut, da wir alle in einem Büro sitzen und weil das der Schnelllebigkeit von News im Internet entspricht. So bleibt genug Flexibilität, um reagieren und publizieren zu können. Rituale haben wir keine. Wir singen nicht die Hymne am Morgen und wir beten auch nicht zusammen.

Wie bindet ihr die Volontäre mit ein?
Die Volontäre sind in die Arbeitsabläufe komplett mit eingebunden. Sie werden natürlich zunächst dahin geschult, diese Aufgaben auch bewältigen zu können. Es ist Teil der Ausbildung, dass man selbst auch Wochenenddienste und verantwortungsvolle Tätigkeiten übernimmt. Bei uns muss niemand Kaffee kochen. Volontäre kommen frühzeitig an den Punkt, selbstständig zu arbeiten, allerdings immer unter Anleitung durch die Contentmanager. Selbst am Wochenende ist immer ein Ansprechpartner da. Das gibt die nötige Sicherheit, wie ein Netz plus doppeltem Boden.

Wie stellt ihr Qualität sicher?
Jeder – ob Volontär, Praktikant oder Contentmanager – ist dazu angehalten, bei Unsicherheit zu einem Thema oder einer Darstellung eine 2. Person zu befragen. Das lernt man in der Ausbildung und bekommt mit der Zeit ein gutes Gefühl dafür.

Welcher Dienst ist dir am liebsten?
Urlaub ist schon mal total Klasse. 🙂 Eigentlich ist es mir egal, da ich große Freude an der Arbeit an sich habe. Als Teamleiter bin ich meist von 9 – 18 Uhr da. Neben den reinen Content-Aufgaben, habe ich auch ein paar organisatorische und administrative Themen, die sich am besten in der Hauptzeit lösen lassen. Dazu gehört auch die Abstimmung mit der Allgäuer Zeitungsredaktion.

Welches Handwerkszeug sollte man für einen Job bei euch im Team mitbringen?
Das Abitur ist Grundvoraussetzung, da man so das nötige Allgemeinwissen und ein Grundverständnis für Sachverhalte mitbringt. Es gibt grundsätzlich zwei bewährte Standardwege, um im Journalismus Fuß zu fassen: Volontariat – Studium – Job. Oder Studium – Volontariat – Job. Ab und zu gibt es auch Quereinsteiger, die journalistisches Arbeiten im Blut haben und dann irgendwo in den Medien ihren Platz finden. Wenn jemand frisch vom Abitur kommt, gerne fotografiert oder schon bei der Schülerzeitung gearbeitet hat, sind das gute Voraussetzungen. Oder jemand hat z. B. das Video vom Abiturientenjahrgang gedreht. Auch super. Sprich, man sollte irgendeinen Draht zu Medien haben, ein Gefühl für Sprache und Texte, ein technisches Grundverständnis und Interesse an Menschen und Geschichten. Ansonsten ist das Volontariat natürlich eine Ausbildung und jeder bekommt das nötige Handwerkszeug beigebracht.

Marketingstrategien mit Erfolg: Nadine Brües