Einen Monat mit der Apple Watch

Veröffentlicht am Kategorien Agentur, Trends

Ich bin kein Uhren-Träger. Spätestens seit meinem ersten Handy mit eingebauter Uhr fristeten meine Uhren ein Schattendasein im Schrank. Als die Apple Watch vorgestellt wurde, sah ich mich absolut nicht als Zielgruppe für das Gadget. Dennoch sollte man sich Neuem ja nicht verschließen, daher hab ich seit gut einem Monat eine Apple Watch am Handgelenk.

Erster Kontakt

Die Verpackung war überraschend groß. Drin ist eine Plastik-Box mit der Uhr, ein Schieber mit Anleitung und – bei der Sports-Edition – einem weiteren Armbandteil für kleinere Handgelenke. Zusätzlich ein (iPhone/5W-) Ladegerät inkl. (2m-) Ladekabel.

Die Uhr selber ist recht schick, aber nicht unbedingt eine Augenweide für Feinmechanik-Fans. Das Armband fühlt sich erstaunlich gut an, das Plastik wirkt hochwertig – kein Vergleich zu dem Armband z.B. meiner alten Casio G-Shock.

Erstes Einschalten

Um die Uhr nutzen zu können, muss sie zunächst mal mit dem iPhone verbunden werden. Die Uhr zeigt hierfür eine Art QR-Code, der vom iPhone erkannt und damit die Koppelung durchgeführt wird. Danach erst spielt das iPhone das Betriebssystem, die Apps und die Einstellungen auf die Uhr.

Dieser Prozess dauert lang. Sehr lang. Wirklich sehr lang… Nach gefühlt einer halben Stunde (effektiv etwa 10 Minuten) kann man dann die Uhr nutzen.

Tragegefühl

Zunächst war es echt eine Umstellung, wieder etwas am Arm hängen zu haben. Doch erstaunlicherweise fiel mir die Uhr nach gut einer Woche nicht mehr wirklich auf. Und das sogar im Urlaub in der Toskana bei >30°. Auch dank des hochwertigen Armbands, das auch in der Hitze keine großen Schwitzattacken auslöste. Auch nach einem Monat hat sich daran nicht viel getan. Inzwischen lege ich die Uhr in der Früh wie selbstverständlich an und platziere sie Nachts auf dem Ladegerät.

Nutzung

Hier war ich am meisten von mir selbst überrascht. Schon nach einer Woche war der Blick auf die Uhr – um die Zeit gezeigt zu bekommen – wieder selbstverständlich. Das iPhone blieb immer mehr in der Tasche zurück. Auch die Benachrichtigungen sind echt praktisch, auch wenn die Einstellung in aller Feinheit etwas Geduld erfordert.

Erstaunlich gut auch die schnelle Antwort auf iMessages („O.K.“, „Fahre jetzt los“, „Ja“, „Nein“) können zwar auf die Empfänger recht einsilbig wirken, vermitteln aber kurz und knapp die nötige Information ohne das iPhone aus der Tasche holen zu müssen. Schade, dass WhatsApp es noch nicht auf die Uhr geschafft hat.

Witzig ist auch die Navigation, bei der die Uhr durch unterschiedliches Tippen die Richtung an Kreuzungen am Handgelenk zu verstehen gibt. Kein Touri-mäßiges „iPhone vor sich her“-tragen mehr in fremden Städten, sondern ein souveräner Auftritt 😉

Absolut nervig ist die Geschwindigkeit der meisten Apps. Shazam z.B. ist ein Grauen. Bevor die App gestartet hat, die Verbindung mit der Watch zustande kommt und das Lied erkannt wurde, ist es meistens schon vorbei. Auf jeden Fall ist es schneller, gleich das iPhone aus der Tasche zu holen und damit zu taggen. Ebenso myTaxi, WeatherPro oder XING.

Praktisch dagegen bei Buy Me a Pie, DataTrackr, 1Password und Deliveries.

Fazit

Braucht man jetzt die Apple Watch? Die Benachrichtigungen sind zwar erstaunlich hilfreich, dennoch wäre mir dies vermutlich keine 450,- € wert. Insbesondere, da die Geschwindigkeit vieler Apps noch stark zu wünschen übrig lässt. Das bedeutet aber nicht, dass die Uhr nicht ein gehöriges Potential hat, in Zukunft ein unverzichtbarer Begleiter zu werden.

Dies und das

Laufzeit/Ladezeit: Bei mir hält die Uhr gut einen Tag. Nach einem Tag Nutzung (von 8.00 bis 23.00 Uhr) steht der Akku bei mir bei gut 40%. Die Ladezeit liegt an einem Netzteil mit 2,1A bei etwa 90min.

Armband: Ich bin inkompatibel zum Sport-Armband. Klingt komisch, bei mir ging aber inzwischen bei dem dritten Armband schon nach wenigen Tagen die Beschichtung ab. Meine Abhilfe? Ich hab mir das Lederarmband geholt. Kulanterweise hat mir Apple den Preis des Sports-Armbands dafür gutgeschrieben.

Michael Schmid

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