Nutzer schreiben keine Geschichten mehr, sie arrangieren sie.

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Ronja Marx ist seit fünf Jahren bei rta.design im Onlinevertrieb / Produktmanagement tätig. In diesem Interview beschreibt sie ihr Aufgabenfeld, welche Herausforderungen im Online-Marketing zu meistern sind und wie sie sich im Team organisiert.

 

 

 

Ronja, was ist deine Aufgabe bei rta.design?
Ich habe ganz viele verschiedene Aufgaben. Zum Beispiel die Bewerbung der Events, die wir für unsere Marken wie Griaß di‘ veranstalten. Vorher wie nachher, aber auch bei der Durchführung bin ich mit dabei. Weiter bin ich dafür zuständig die Banner unserer Kunden bei all-in.de und allen weiteren Portalen einzubuchen. Außerdem koordiniere ich die Online-Marketing-Maßnahmen für unsere Eigenmarken – Konzepterstellung und Umsetzung von Anzeigen, Onlinebannern und Facebook-Aktivitäten.

Hast du Kundenkontakt?
Ja, um die Werbekampagnen zu besprechen und natürlich für das Monitoring und die Analyse.

Gehört auch die Social-Media-Planung dazu?
Für externe Kunden weniger, für unsere Marken im Allgäuer Medienzentrum schon. Das wollen wir aber weiter ausbauen, personell verstärken, sodass externe Kunden ebenfalls von unseren Erfahrungen im Umgang mit Google, Facebook und Co. profitieren.

Bildest du dich in dem Bereich weiter?
Ja, viel lerne ich autodidaktisch, aber auch Kurse nehme ich regelmäßig wahr. Muss man auch, da die Social-Networks ständig Neuerungen einführen, die man wissen sollte.

Wienerle oder Leberkäs?
Mhhh, Wienerle.

Arbeitest du lieber vormittags oder nachmittags?
Ganz klar vormittags, deshalb bin ich meist um 7 Uhr schon da. Ich weiß, dass ist für eine Digital- und Werbeagentur utopisch früh, aber da kann ich einfach besser planen, kreativ sein, mich konzentrieren. Außerdem mag ich die Ruhe am Morgen.

Wieviel Kreativität steckt in deiner täglichen Arbeit?
Oha, ich würde sagen etwa 40 Prozent. Das klingt für Produktmanagement und Online-Marketing-Aufgaben viel. Aber tatsächlich steckt viel Kreativität in der Kampagnenplanung. Es geht immer darum, die Zielgruppe mit den richtigen Botschaften zu erreichen. Dafür muss ich die Zielgruppe kennen und wissen, was sie interessiert. Daraus folgen Rückschlüsse auf Motive, Geschichten und Botschaften. Dieser Denkprozess ist sehr kreativ.

Beispiel?
Jobs-im-Allgaeu.de. Dafür haben wir regelmäßig frische Kampagnen, die wir gezielt crossmedial ausspielen. Die Motive laufen unter dem humorvollen Dachthema „Karriere verfehlt?!“. In der Umsetzung zeigen wir Typen mit komischen Jobs. Das erhöht die Aufmerksamkeit für unser Jobportal. Wir testen den Erfolg der Motive und Platzierungen, die Erkenntnisse fließen dann in die gesamte Planung mit ein.


Bannerwerbung für Jobs-im-Allgäu.de 2019

Wie läuft ein Tag bei dir ab?
Zuerst brauche ich einen Kaffee. Rechner hochfahren, Systeme scharf schalten und dann wird der Tag geplant. Ich schaue meine to-do‘s an und priorisiere.

Wie groß ist das Team in dem du arbeitest?
Aktuell sind wir 7 im Team. Die Hälfte ist in der digitalen Mediaberatung und -verkauf. Sozusagen die Schnittstelle zum Anzeigenverkauf der Allgäuer Zeitung. Die anderen sind die Produktmanager von Griaß di‘, Jobs-im-Allgäu.de und all-in.de mit den angeschlossenen Themenportalen wie z. B. Singles und zahlreichen Social-Media-Präsenzen auf Facebook und Instagram.

Wie organisiert ihr euch im Team für einen guten Work-flow?
Montags starten wir mit der Wochenbesprechung. Hier klären wir die großen Aufgaben der Woche, verteilen to-do‘s und helfen uns gegenseitig. Wir versuchen uns so zu organisieren, das quasi jeder jeden ersetzen könnte. Auch dafür ist das Meeting gut. Die kleinen Aufgaben besprechen wir direkt am Arbeitsplatz. V. a. mit Giulia arbeite ich sehr eng zusammen.

Wieviel Technik-Verständnis oder -Interesse muss man in deinem Job haben?
Da die Systeme, wie z. B. die AdServer-Technologie, sehr komplex sind, sollte man sehr viel Lust und Freude an Technik haben. Das ist wichtig, um die Abläufe, Einstellungen und Platzierungsmechanismen zu verstehen. Nur so ist es möglich, in der Kampagnenplanung kreativ zu sein. Programmieren muss man nicht, aber es ist hilfreich html-Code im grundsätzlichen Aufbau zu verstehen.

Was hast du gelernt?
Nach meiner Ausbildung zur Bürokauffrau im Autohaus bin ich bei rta.design tatsächlich quer eingestiegen und habe nebenher an der IHK meinen Medienfachwirt digital abgeschlossen.

Was macht dir besonders viel Freude?
Ganz klar das Kampagnenmanagement. Banner planen, einbuchen und den Erfolg messen. Ich sitze in der Schaltzentrale, genieße das Vertrauen der Kunden und kann die Performance einer Kampagne steuern. Wenn die Interaktion mit einer Marke dann wie gewünscht stattfindet, ist das das Größte. Schön ist, dass wir das jeden Tag mit unseren eigenen Marken betreiben und so wertvolle Erkenntnisse für Werbekunden gewinnen. Das ist eine Win-Win-Situation.

Online-Werbung ist für Werbetreibende hochtransparent. Erfolge sind in Echtzeit messbar. Wie wichtig ist das geworden?
Kunden schätzen das sehr, da Sie besser ihre Werbebudgets einsetzen können und mehr über ihre Zielgruppen erfahren. Genauso wichtig ist es zu testen um zu erkennen, was ankommt und was nicht. So können Werbekunden viel gezielter Werbung einsetzen um ihre Zielgruppen zu erreichen.

Was machst du um deinen Kopf frei zu bekommen?
Blitzartig den Raum verlassen. Vor allem aufstehen, rumlaufen und mit Kollegen sprechen. Das hilft, um aus dem Denkertunnel rauszukommen.

Was machst du in deiner Freizeit?
Freunde treffen und Ausgehen. Im Winter Ski fahren. Früher war ich im Leistungssport Ski alpin. Die Leidenschaft ist geblieben, das Niveau nicht ganz.

Zurück zur Arbeit. Gibt es relevante Trends, Technologien, die man heute für deinen Job drauf haben sollte?
In jedem Fall muss man dranbleiben. Viele Abläufe werden immer mehr automatisiert, gerade beim Kampagnenmanagement. Auch die Analyse und Interpretation von Nutzerdaten wird immer besser, die Technologien immer intelligenter. Angetrieben von Google und Facebook, die ständig neue Tools in ihre Systeme einbauen. Es muss aber Menschen geben, die damit umgehen können, die verstehen, was warum und wie passiert. Sonst nützen einem die vielen gesammelten Daten rein gar nichts.

Gibt es eine Social-Media-Plattform, der du aktuell eine rosige Zukunft vorhersagen würdest?
Naja, Plattformen sind gut aufgestellt, wenn sie es Nutzern einfach machen, Inhalte zu publizieren und mit Gleichgesinnten zu interagieren. Die mediale Aufbereitung spielt dabei eine entscheidende Rolle. V. a. Videocontent – ob organisch oder bezahlt – wird heute sehr gerne angenommen. Nutzer schreiben keine Geschichten mehr, sie arrangieren sie. Wer es hier den Nutzern leicht macht, einfach zu bedienende Features zum Erstellen von interessanten Videos und Stories anbietet, kann richtig punkten.

Danke für das Interview!

 

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