Podcasts bieten viel mehr Detailtiefe

Veröffentlicht am Kategorien Kreativschmiede

all-in.de Teamleiter Holger Mock spricht im 3. Teil unserer Interviewreihe über das Potenzial von Podcasts, über die Zukunft des Content-Teams und wie er selbst den Kopf frei bekommt.

Was machst du um den Kopf frei zu bekommen?
Mit drei Dingen beschäftige ich mich in der Freizeit. Erstens: Ich schraube leidenschaftlich gern an meiner alten BMW, Baujahr 1981, herum. Daran ist nichts digital. Zwei Drähte, eine Glühbirne, das war’s. Da kann ich wunderbar abschalten.

Mein zweites großes Hobby ist Musik. Wir spielen mit der Band Blues und Rock’n Roll. Ich bediene das Schlagzeug und singe. Das ist ehrlich und auch wenig digital.

Das dritte Hobby ist Karate. Wenn ich ins Training gehe, befinde ich mich auf einmal in einer komplett anderen Welt. In den 1,5 h passiert nichts, was mit meinem restlichen Leben irgendetwas zu tun hat.

Und im Arbeitsalltag?
Mit den Kollegen mal kurz ein Scherzle machen oder für ein paar Minuten vor die Tür gehen.

Wo siehst du das Content-Team in 5 Jahren?
Die Struktur des Teams für all-in.de wird nicht viel anders sein, da wir fachlich sehr gut aufgestellt sind. Was unsere Abläufe und Aufgaben betrifft, wage ich überhaupt keine Prognose. Entwicklungen im Internet vorherzusagen, ist aus meiner Sicht absolute Kaffeesatzleserei. Andererseits kann und muss man sich natürlich Gedanken machen, wie die Dinge sich entwickeln könnten. Viel wichtiger ist es aber, den derzeitigen Stand der Dinge im Auge zu behalten. Also was konsumieren heute Nutzer, wann und wie bedienen wir sie? Hier lässt sich höchstens eine Prognose für 1-2 Jahren aufstellen. Wichtig bei uns im Team ist es, sich stetig fortzubilden, neue Sachen auszuprobieren, v. a. wenn die User es auch tun.

Beispiele?
Zum Beispiel Audiopodcasts, die wir frühzeitig eingesetzt und auf einer professionellen Ebene produziert haben. Warum? Weil Audiopodcasts leicht zu konsumieren sind und sich für uns neue Wege ermöglichen, unsere User zu erreichen. Oder aber auch der Einsatz von Videos. Das war so im Jahr 2010, als viele Verlage und Zeitungsmedien sich schwer getan haben, Bewegtbild überhaupt anzubieten. Liegt daran, dass die Technik und auch die Kompetenz bei Zeitungsredakteuren schlichtweg nicht vorhanden war. Hier haben wir uns zügig Kompetenz und Technik zugelegt, weil wir daran geglaubt haben, dass Video-Storys im Internet immer wichtiger werden: Geräteunabhängig, leicht zu konsumieren, viele Darstellungsmöglichkeiten, immer bessere Bandbreiten. Deshalb haben wir schon 2010 an unserer Videokompetenz gearbeitet. Fernseherfahrene Redakteure, die sich auf Online umstellen mussten, aber auch Fortbildung für Online-Redakteure, wie Video-Storys produziert werden. Das stand und steht bei uns auf dem Plan.

Was macht dir besonders viel Freude?
Natürlich Podcasts machen. Das liegt mir. Vor allem kann ich hier sehr nah und tiefgreifend an einen Menschen und seine Geschichte herankommen. Ich hatte z. B. einen Audiopodcast mit einem Transsexuellen. Diese Geschichte kann man mit einem 1:30 Radiobeitrag oder in einem Online-Artikel gar nicht abarbeiten. Das bleibt oberflächlich. Der Audiopodcast bietet mir viel mehr Detailtiefe. Der Zuhörer kann sich viel besser hineinversetzen und er kann es nebenbei konsumieren: Beim Kochen, beim Autofahren oder in der Bahn.

Wie siehst du Podcasts, die Personen, Verbände und Unternehmen als Speaker’s Corner einsetzen?
Zunächst ist ein Podcast ja nur eine Darstellungsform und wenn Frau Merkel einen Podcast machen muss und der gut läuft: Warum nicht. Das Format lässt generell eine persönliche direkte Erzählweise zu, um Themen und Botschaften zu transportieren: ungeschnitten, nicht nacherzählt, zitiert oder interpretiert. Eine sehr ehrliche Form. Insofern eignet sich das Format besonders auch für Politiker.

Teil1: Team-Motivation, Storytelling und mehr.

Teil2: Wie arbeitet eigentlich das Content-Team von all-in.de?

Digitaler Alltag wird immer realer inszeniert
Wie arbeitet eigentlich das Content-Team von all-in.de?